Grosswetterlagen (GWL) werden in Grosswettertypen (GWT) zusammengefasst, und jene in Zirkulationsformen (ZF). Damit lassen sich langfristige Veränderungen oder auch mittelfristige Schwankungen im Klima erfassen. Von meridionaler Zirkulation spricht man, wenn die Hauptwindströmungen den Längengraden entlang verlaufen, also ein starker Austausch von Nord nach Süd und umgekehrt stattfindet. Auch Ostlagen werden dazu gerechnet. Diese Zirkulationsform ist im Frühling am häufigsten anzutreffen, im Frühsommer nimmt sie ab und erreicht ihr statistisch geringstes Auftreten im Hochsommer, um im Herbst noch mal etwas anzusteigen.

Die Umstellung auf meridionale Zirkulation geschieht im Frühjahr immer zeitiger, entsprechend hat sich der jährliche Höhepunkt vom Mai in den April verschoben. Auch im Herbst zeichnet sich eine Vorverlagerung vom November und Oktober in den September ab.
Beschreibung
Stark mäandrierende Frontalzonen mit ausgeprägten Trögen und Rücken ermöglichen den Austausch polarer und subtropischer Luftmassen über die gemässigte Klimazone hinweg – ohne diesen würde es im hohen Norden nie Sommer und im Süden nie Winter werden, entsprechend häufig tritt diese Zirkulation in den Übergangsjahreszeiten auf, am deutlichsten in den Frühlingsmonaten April und Mai. Tropfen Tröge ab, spricht man von CutOff-Tiefs und es entsteht eine Hight-over-Low-Lage, d.h. über Nordeuropa herrscht Hochdruck und über Mittel- und Südeuropa Tiefdruck, dann überwiegen bei uns östliche Strömungen.
Zuordnung
Grosswettertypen (GWT): Nord, Ost, Süd
Klimaregime: meist Block bei Ost- und Südlagen, ATR (atlantischer Rücken) bei den meisten Nordlagen, gelegentlich NAO- (negative nordatlantische Oszillation)
Statistik
häufigstes Auftreten im Zeitraum 2001-2025: April 52.67 %
häufigstes Auftreten im Zeitraum 1976-2000: Mai 52.77 %
seltenstes Auftreten im Zeitraum 2001-2025: August 29.29 %, Juli 29.81 %
seltenstes Auftreten im Zeitraum 1976-2000: Dezember 27.35 %
Häufigkeit Gesamtjahr im Zeitraum 2001-2025: 37.71 %, Veränderung gegenüber 1976-2000: +0.99 Prozentpunkte
längste ununterbrochene Phase meridionaler Zirkulation seit 1976: je 38 Tage vom 27. Dezember 1995 bis 2. Februar 1996 und vom 5. September bis 12. Oktober 2015
Die Schwankungen von Jahr zu Jahr können bei der meridionalen Zirkulationsform enorm sein, im Langzeittrend ist ein sehr leichter Anstieg festzustellen. 2020 bis 2024 war eine schwächere Phase, zuletzt kam aber wieder ein leicht überdurchschnittliches Jahr hinzu. Starke Jahre korrelieren häufig mit Phasen negativer nordatlantischer Oszillation, besonders ausgeprägt 1996/97, aber auch 2008-2010.
War die Wahrscheinlichkeit für meridionale Zirkulation vor dem Milleniumswechsel um den 18. Mai am höchsten, liegt der Höhepunkt nun um den 19. April und noch mal Anfang Mai. Das sekundäre Maximum Mitte Oktober blieb bestehen, eine neue Häufung ist vom 5. bis 9. September auszumachen mit einer Verdreifachung gegenüber der Vormilleniumsperiode.
Grundlagen:
Katalog der Großwetterlagen Europas (1881-2009) nach Paul Hess und Helmut Brezowsky
Statistik der Grosswetterlagen aufgeschlüsselt nach Monat und Gesamtjahr im Zeitraum 2001-2025
Statistik der Grosswetterlagen aufgeschlüsselt nach Monat und Gesamtjahr im Zeitraum 1976-2000
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