Grosswetterlagen (GWL) werden in Grosswettertypen (GWT) zusammengefasst, und jene in Zirkulationsformen (ZF). Damit lassen sich langfristige Veränderungen oder auch mittelfristige Schwankungen im Klima erfassen. Eine gemischte Zirkulation liegt vor, wenn die Hauptwindströmungen vorwiegend in einem ungefähren 45°-Winkel zu den Breitengraden verlaufen (Ausnahme Nordost und Südost, die zur meridionalen ZF gezählt werden). Diese Zirkulationsform ist vom Hochsommer bis in den Spätherbst am häufigsten, im Frühjahr erreicht sie ihr statistisch geringstes Auftreten.
Rückläufig ist die gemischte Zirkulationsform nur in den Monaten Februar bis Mai, sonst zunehmend, am deutlichsten im vormals schwächsten Monat November. Die Zunahme im Spätherbst geht Hand in Hand mit der Verschiebung der zonalen Winterzirkulation, die vom stetig späteren Zufrieren der Arktis verursacht wird. Auch im Sommer verursacht die Abnahme des Temperaturgradienten der gemässigten Breiten wegen der stärkeren Erwärmung der Arktis ein stärkeres Mäandrieren des Jetstreams und somit eine Zunahme gemischter ZF zu Lasten der zonalen ZF.
Beschreibung
Wie der Name bereits sagt, ist die gemischte Zirkulation eine Mischform zwischen zonaler Zirkulation (Westlagen) und meridionaler Lagen (Nord, Süd, Ost). Die mässig wellende Frontalzone sorgt für Windströme hauptsächlich schräg zu den Breitengraden auf den Vorder- und Rückseiten von Hochs und Tiefs. Diese können in der gemässigten Klimazone von West nach Ost ziehen und somit für rasch wechselnde Grosswetterlagen sorgen (z.B. in der Folge Hoch-Südwest-Tief-Nordwest-Hoch), oder aber blockierend wirken, dann herrscht dieselbe GWL bzw. derselbe GWT über einen längeren Zeitraum vor.
Zuordnung
Grosswettertypen (GWT): Nordwest, Südwest, Hoch, Tief
Klimaregime: Aufgrund der sehr unterschiedlichen Positionen von Hochs und Tiefs bei dieser ZF sind alle Regimes beteiligt (Details in den GWT-Porträts).
Statistik
häufigstes Auftreten im Zeitraum 2001-2025: August und Oktober 43.74 %, November 43.33 %
häufigstes Auftreten im Zeitraum 1976-2000: April 41.33 %
seltenstes Auftreten im Zeitraum 2001-2025: Februar 30.17 %
seltenstes Auftreten im Zeitraum 1976-2000: November 30.40 %
Häufigkeit Gesamtjahr im Zeitraum 2001-2025: 38.17 %, Veränderung gegenüber 1976-2000: +2.10 Prozentpunkte
längste ununterbrochene Phase gemischter Zirkulation seit 1976: 48 Tage vom 7. Juli bis 23. August 2005
Die Schwankungen von Jahr zu Jahr können bei der gemischten Zirkulationsform enorm sein. Im Langzeittrend ist ein leichter Anstieg festzustellen, der auf das schwache Vorkommen zu Beginn der Auswertungsperiode zurückzuführen ist. Mittelfristig scheinen sich Wellenbewegungen im Abstand von ungefähr zwölf bis 15 Jahren abzuzeichnen. Dies müsste allerdings mit einer längeren Zeitreihe verifiziert werden, um der Ursache auf den Grund gehen zu können. Als Mittelding zwischen den zwei Polen zonale und meridionale ZF sind Interpretationen im gemischten Bereich schwierig.
War die Wahrscheinlichkeit für gemischte Zirkulation vor dem Milleniumswechsel um den 9. April am höchsten, liegt der Höhepunkt nun um den 15. November und noch mal kurz vor Weihnachten. Auffällig ist die starke Zunahme im Hochsommer, die hauptsächlich von Südwestlagen getragen wird. Die deutlichsten Verluste erscheinen um die Monatswechsel April/Mai und Juni/Juli, dort hat eine Vorverlagerung um etwa zehn Tage stattgefunden.
Grundlagen:
Katalog der Großwetterlagen Europas (1881-2009) nach Paul Hess und Helmut Brezowsky
Statistik der Grosswetterlagen aufgeschlüsselt nach Monat und Gesamtjahr im Zeitraum 2001-2025
Statistik der Grosswetterlagen aufgeschlüsselt nach Monat und Gesamtjahr im Zeitraum 1976-2000
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