In diesen neuen monatlichen Sammelbeitrag soll alles rein, für was es sich nicht lohnt, einen eigenen Artikel zu verfassen und soll der Gegenentwurf zu den Social Medias sein, die alle schon mehr oder weniger lang getestet und wegen zu geringer Reichweite wieder aufgegeben wurden. Ergänzungen zu anderen Blogs, Meldungen zu neuen Studien, Pressehinweise, Beobachtungen, Rekordmeldungen, Schnappschüsse aus der Natur und von Wetterstationstouren, Exkursionsberichte und allerlei Sonstiges, was interessant sein könnte. Erst mal versuchsweise, je nachdem wie gut es angenommen wird. Die Kommentarfunktion darf gerne genutzt werden, um Fragen zu stellen oder für Anregungen, Kritik, Wünsche… Unter dem Kurzwetterbericht auf der Homepage wird jeweils angegeben, wann hier etwas aktualisiert wurde.
Ergänzungen zur Monatsprognose August 2026

Die Verteilung des Geopotenzials im Monatsmittel zeigt eine Zonalisierung mit einem durchschnittlichen Frontverlauf durch Schottland und Südskandinavien. Austrogungen sind vor Portugal und über dem östlichen Mittelmeer zu finden. Die Bodendruckverteilung entspricht ungefähr der langjährigen Norm, nur das Islandtief ist schwächer ausgeprägt als normal.

Die Hauptniederschläge des Westwindgürtels fallen an den Westküsten Nordeuropas. Der Alpenraum sticht mit etwas überdurchschnittlichem Niederschlag hervor, die Verteilung dürfte aber wegen zufälliger Gewittertreffer nicht so gleichmässig sein, wie von dieser groben Karte dargestellt. Die prognostizierten Niederschläge in Spanien würden ein Vielfaches einer durchschnittlichen August-Menge ausmachen. Hier geht’s zur detaillierten Monatsprognose.
Schweizer Armee fliegt Wasser zu dürstenden Alpkühen
Im Blog zur Winterbilanz 2023/24 schrieb ich zur Bemerkung des SVP-Präsidenten Dettling, der Klimawandel sei gut für die Landwirte:
„Deshalb freut sich unser Bonsai-Trump, dass er auf seinem Bergbauernhof im schwyzerischen Oberiberg vielleicht bald Freilandtomaten und Kiwis anbauen kann – mehr Weitsicht kann von dieser Klientel leider nicht erwartet werden. Schliesslich hat die Armee ja genug Helikopter und finanzielle Mittel *hust, hust*, um das dürstende Sömmerungsvieh auf den Alpen mit Wasser zu versorgen, das im Winter die Niederungen überschwemmt hat, statt als Schnee gebundene Reserven in den Mittelgebirgslagen zu bilden.“
Das war die wahrscheinlich zutreffendste Langfrist-Prognose meiner Karriere und gleichzeitig die einfachste. Presseartikel dazu hier.
Sonntagvormittägliche Velotour durch die „Colli senesi“ des Emmentals

Die kantonale Niederschlagsmessstelle in der Nachbarschaft meldet 29.9 mm Regen seit dem 1. Juli. Während die schattigen Nordhänge (im Vordergrund) noch halbwegs normal grün aussehen, sind die Südhänge bereits seit Ende Juni gelb. Jetzt „herbsteln“ auch die auf den Eggen exponiert stehenden Buchen, die letzten sehr heissen Tage im Juli waren zu viel. Unser Umweltminister meint, das sei alles nicht so schlimm, und lässt gleich Taten folgen: https://www.srf.ch/news/schweiz/hitzeresistente-baeume-bundesrat-roesti-streicht-mittel-fuer-klimatauglichen-wald

Durchfluss an der Emme oberhalb der Einmündung der Ilfis (hier eine Aufnahme von der Holzbrücke bei Emmenmatt): 0.0 m³/s
Unsere Lebensader

Die Aare zwischen Thun und Bern ist zwar aktuell im Bereich der niedrigsten Abflussraten für Anfang August, versorgt aber das grüne Band des Auenwaldes und unser Grundwasser zuverlässig – wenn auch derzeit stark auf Kosten der Gletscher.

Abfluss der Aare bei Bern im langjährigen Vergleich und mit 2003. Quelle: https://www.hydrodaten.admin.ch

Bereits wenige Meter oberhalb beginnt die Steppe. Das ist nicht etwa ein abgeerntetes Getreidefeld, sondern eine Heuwiese und im oberen Teil eine Viehweide.
Lokal heissester Juli seit Beginn der modernen Aufzeichnungen
Bis die definitiven Daten für Gesamteuropa vorliegen, dauert es ja noch ein paar Tage – für die Schweiz kann aber schon mal Bilanz gezogen werden. In einem Streifen von Bern über Neuchâtel bis Basel war der Juli 2026 der heisseste in den homogenen Messreihen seit 1864. Weiter westlich war 2015 ein Zehntelgrad heisser, weiter östlich 2006 ein bis zwei Zehntel.
In Neuenburg mit 0.8 Grad über 2015 und Bern mit 0.7 Grad über 2006 wurden die alten Rekorde regelrecht pulverisiert, in Basel war 2006 nur 0.3 Grad „kühler“. Mit diesem Rekord und weil der kühle Juli 2011 rausfällt, macht das gleitende 15-jährige Mittel gleich wieder einen ordentlichen Ruck nach oben. Wo der Trend hingeht, dürfte klar sein…
„Waldbrand“ ganz ohne Feuer
Ein paar Eindrücke vom Vormittag des 8. August 2026 bei Gümligen östlich von Bern (Höhenlage 600-650 m). Durchschnittlicher Sommerniederschlag etwa 330 mm, aktuell stehen wir bei 64. Vor einer Woche hat es angefangen mit den ersten gelb werdenden Buchen – der Jungwuchs allgemein hat aber schon früher gelitten. Nun geht es rasend schnell und eine trocken-heisse Woche steht uns ja noch bevor:
Neue Hitzerekorde in Österreich – da lohnt ein Blick in den internationalen Atlas der Wetterstationen
Zuerst eine erfreuliche Meldung: Alle TAWES-Stationen der ZAMG (Neudeutsch = Geosphere Austria) im Atlas wurden in den letzten Wochen auf ihre Aktualität überprüft. Ein paar wurden ausser Betrieb genommen, ein paar neue sind hinzugestossen und vor allem: Alle haben jetzt wieder aktuelle Links. Insbesondere jene zu den aktuellen Messwerten waren seit der Neulancierung der ZAMG- (pardon: GeosphereAustria-) Seite maximal mühsam, da dort die einzelnen Stationen nicht direkt verlinkbar sind und dann auch noch alle Parameter separat gesucht werden müssen. Dankenswerterweise hat sich jemand erbarmt und anhand der jetzt auch endlich in Österreich OpenData-Verfügbarkeit eine hervorragend gestaltete Seite eingerichtet mit dem witzigen Namen regnets.net Dort sind nicht nur alle Parameter des aktuellen Tages übersichtlich auf einer Seite pro Station ansteuerbar, man kann auch Archivdaten abrufen, Extremwerte und viele andere nützliche Dinge, sehr praktisch und nutzerfreundlich. Über den Atlas können also jetzt für jede TAWES-Station aktuelle Messwerte ohne mühsame Umwege abgerufen werden, auch die Synop-Links funktionieren wieder, nachdem meteomanz alle URLs verändert hat – leider ist die Seite manchmal stundenlang nicht erreichbar.
Der Sommer 2026 macht auch in Österreich komische Dinge wie Allzeitrekorde und erstmals über 40 Grad in allen drei Sommermonaten. Auffällig diesmal ist der Umstand, dass auch unverdächtige Stationen auf dem Land 40er-Rekorde meldeten und teils heisser waren als die üblichen Verdächtigen in der Wiener Innenstadt:
Dies dürfte auf die ausgetrockneten Böden zurückzuführen sein und ist ein bekanntes Phänomen aus Südeuropa, dass Stationen im bebauten Gebiet tagsüber weniger heiss werden als solche im Feld mit vertrockneter oder schütterer Vegetation. An mitteleuropäischen Stationen mit (in normal feuchten Sommern) grüner Vegetation drumherum wird normalerweise einiges an Strahlungsenergie für die Verdunstung benötigt und steht nicht für die Aufheizung der Böden und der darüber liegenden Luftschicht zur Verfügung. An der zwischenzeitlichen Rekordstation Stammersdorf kommt jedoch noch ein weiterer Faktor hinzu: Im dortigen Weinberg ist in den letzten Jahren südöstlich sehr nahe am Messfeld ein Gehölz in die Höhe gewachsen, das die Durchlüftung behindert. An den fraglichen Tagen herrschte am Nachmittag Südostwind, das könnte also passen. Im Stationsatlas kann man den Zustand der Station und des Bewuchses anhand von Bildern aus den Jahren 2009 und 2025 vergleichen. Die Station Bad Deutsch-Altenburg, die gleich tags darauf den Rekord nochmal erhöht hat und jetzt bei 41.2 °C steht, weist heute wie schon beim Rekord aus dem Jahr 2013 massive Mängel bezüglich Aufstellung (Hanglage, schlechte Durchlüftung wegen Wald drumherum) und Pflege (verschmutzte Wetterhütte) auf und ist deshalb international nicht vergleichbar (WMO-Güteklasse 5, das ist die schlechteste Kategorie).
In anderen Ländern wurden Rekorde wegen schlechter Stationsqualität auch schon einkassiert – hier würde es überraschen, blieben doch schon die zweifelhaften Rekorde aus 2013 offiziell. Damit sollen heute nicht schon wie damals alle 40er unter Generalverdacht gestellt werden, aber ein kritischer Blick auf die eine oder andere Station muss leider sein. Der fotometeo-Stationsatlas kann dabei helfen, die Güteklasse anhand der Stationsumgebung einzuschätzen, zu diesem Zweck wurde er ursprünglich gegründet, auch wenn er heute noch viel mehr Informationen bietet.
Partielle Sonnenfinsternis an der SwissMetNet-Station Bern / Zollikofen
Eine Wetterpostkarte mit den aktuellen Wetterdaten zum Zeitpunkt der SoFi findet man auf der Homepage









Microwave am 3. August 2026 um 16:20 Uhr
Eher heftig, auch Stufe 5 und absolutes Feuerverbot im Zürich habe ich noch nie gesehen. Jetzt fragt sich, was können wir (noch) machen?
Der Zug mit dem Climate Breakdown scheint ja gleich schon fast abgefahren?
Grüsse – Microwave